Warum veröffentlichen Sie keine Anzeigen von Partnersuchenden?
Aufgrund unserer inzwischen über zwanzigjährigen Erfahrung auf diesem Gebiet kamen wir zum Schluss, dass
- der Aufwand bei Anzeigen nicht im Verhältnis zu den Früchten steht, die daraus entstehen, und
- die Nachteile und Gefahren um ein Mehrfaches höher sind als bei einer diskreten Partnervermittlung.
Anzeigentexte sagen kaum jemals etwas Konkretes aus und sind sehr breit gefächert. Sie lassen wesentliche Basisdaten (wie Sie in jedem cpd-Fragebogen erfragt werden) außer acht. Man kommt daher oft mit „Partnerschaftswilligen” in Kontakt, die nicht einmal die Grundkriterien eines möglichen Partners erfüllen. Die Chance, doch einen solchen Menschen über eine Anzeige zu treffen, ist äußerst gering. Damit eine gewisse Effektivität vorhanden wäre, müssten auf eine Anzeige beispielsweise 500 Zuschriften erfolgen, und allen Schreibern müsste man dann einen Fragebogen mit Basisdaten senden, die zuerst abgeklärt werden müssten, bevor man einen Briefwechsel oder Telefonkontakt beginnt. In der Praxis geschieht weder das erste noch lässt sich das zweite durchführen. Die Nachteile und Gefahren sind demgegenüber enorm.
Wir sammeln seit längerer Zeit Berichte von Betroffenen, die vor allem folgende negative Erfahrungen schildern: Leute, die auf eine Chiffre-Anzeige geantwortet haben, mussten dadurch ihre Adresse bzw. Telefonnummer bekannt geben. Erst später merkten sie, dass sie einem „Scheininserat” aufgesessen waren, d.h. es verbarg sich gar keine echte Person hinter der Anzeige. Belästigungen verschiedenster Art waren dann die Folge.
Auch unter Christen scheint Diskretion nicht selbstverständlich zu sein: Der Briefverkehr und auch das Bild einer Person, die aufgrund einer Anzeige Kontakt aufgenommen hatte, wurde vom Gegenüber verbreitet, einmal sogar vervielfältigt. Obwohl man einen Kontakt wieder beenden wollte, ließ der andere dies nicht zu und belästigte weiterhin mit Telefonanrufen und Kontaktwünschen - bis zum Einsatz psychischer Druckmittel. Solcherart beziehungsgestörte Personen treiben – auch wenn sie bei manchen Schreibern nicht zum Erfolg kommen – ungehindert ihr Unwesen bei anderen Anzeigeninteressierten weiter. Eine Anzeigenredaktion hat kaum ein Mittel zur Hand, dies zu prüfen und zu unterbinden. Die Nachteile und Gefahren sind demgegenüber enorm. Bei Partnersuch-Internetplattformen ist es leider ähnlich.
Der scheinbar geringe Anzeigenpreis (in Magazinen wie auch im Internet) verführt darüber hinaus erstaunlich viele Leute dazu, „Testanzeigen“ aufzugeben und „Testkontakte“ aufzunehmen – ohne wirkliche seriöse Absichten zu haben. In dem inzwischen eingestellten „friends-for-life“-Magazin versuchten wir selbst diesen Weg über Anzeigen zu gehen, weil wir hofften, unseren Teilnehmern dadurch noch mehr Chancen bieten zu können. Diese Hoffnung wurde nicht erfüllt, ganz im Gegenteil erlebten wir hautnah die oben erwähnten negativen „Begleiterscheinungen“.
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